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Unser ehemaliger Spieler Otto Luttrop ist am 22.11.17 im Alter von 78 Jahren in Lugano verstorben.
„Atom-Otto“, wie er auch genannt wurde, spielte in der Saison 1974/75 für den FC in der 2. Bundesliga.
Er absolvierte 21 Spiele und erzielte 2 Tore. Seine berüchtigt harten Freistöße, deshalb der Spitzname, waren in ganz Europa gefürchtet.
Der 1.FC Mülheim wird Otto Luttrop nicht vergessen und sein Andenken in Ehren halten.

Besonderer Dank gilt FC-Anhänger Dieter Schuler der uns freundlicherweise, aus seinem persönlichen Fotoarchiv, dieses handsignierte Foto von Atom Otto Luttrop zur Verfügung gestellt hat.

 

Fußball-Bundesliga, 1963 bis 1966

Bei den „Löwen“ folgten drei überaus erfolgreiche Jahre. Nach Siegen über Borussia Dortmund, den 1. FC Kaiserslautern, den 1. FC Saarbrücken und FC Altona 93 im Halbfinale zogen die „Blauen“ ins DFB-Pokalfinale am 13. Juni 1964 in Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt ein. Mit einem 2:0-Sieg holten die Münchner mit der Läuferreihe Zeiser, Stemmer, Luttrop den Pokal in die bayerische Landeshauptstadt. In der Saison 1963/64 hatte Luttrop alle 30 Punktspiele absolviert und fünf Tore erzielt. In der zweiten Bundesligasaison verbesserten sich die „Löwen“ auf den vierten Rang, der Ex-Herner hatte nur in einem Spiel gefehlt und wiederholte seine Trefferquote aus dem Vorjahr. Herausragend in dieser Saison waren aber die Spiele im Europapokal der Pokalsieger. Über Union Sportive Luxemburg, FC Porto und Legia Warschau qualifizierte sich das Team um Petar Radenković und Otto Luttrop für das Halbfinale gegen den AC Turin. Im Stadio Comunale verlor 1860 das Hinspiel am 20. April 1965; dabei unterlief dem offensivstarken Luttrop in der 41. Spielminute ein Eigentor zum 0:2-Endstand. Eine Woche später, am 27. April, wurde Luttrop aber beim Rückspiel mit zwei Treffern zum Sieggaranten gegen das Team von Trainer Nereo Rocco. Die Merkel-Schützlinge erzwangen mit einem 3:1-Heimerfolg ein Entscheidungsspiel um den Einzug ins Finale. Am 5. Mai 1965 gewannen die Münchner mit 2:0 Toren im Zürcher Letzigrund-Stadion das Spiel gegen den AC Turin. Auch dabei trug sich der inzwischen wegen seiner Schusskraft „Atom-Otto“ gerufene Scharfschütze in die Torschützenliste ein. Im Finale am 19. Mai im Londoner Wembley-Stadion gegen West Ham United setzte sich vor 97.974 Zuschauern jedoch das Team von Manager Ron Greenwood mit 2:0 Toren durch. Luttrop schlug ein lukratives Angebot des AC Turin aus und ging mit den Münchnern in die dritte Bundesligasaison, in der dem TSV 1860 der Gewinn der deutschen Meisterschaft gelang. Luttrop trug in 22 Einsätzen seinen Teil dazu bei. Mit 27 Jahren hatte er nach drei Merkel-Jahren von der Bundesliga genug, er wechselte ins Tessin zum FC Lugano. Für 1860 München hatte Luttrop in drei Runden 81 Bundesligaspiele absolviert und elf Tore erzielt, dazu kamen 15 Europacup-Einsätze mit sechs Treffern und mehrere DFB-Pokalspiele.
Auswahlberufungen, 1961 bis 1965

In der Juniorennationalmannschaft U 23 absolvierte Luttrop von 1961 bis 1963 drei Länderspiele, jeweils als rechter Außenläufer. Für eine Auswahlmannschaft des Westens spielte er am 4. März 1962 in Wuppertal gegen Berlin. In einem Testspiel setzte ihn Bundestrainer Helmut Schön am 15. September 1964 in Augsburg gegen eine Auswahl von Süddeutschland in der Nationalmannschaft ein. Am 10. März 1965 überzeugte er bei seinem Einsatz in der B-Nationalmannschaft beim 1:1 in Hannover gegen Holland. Die Läuferreihe der DFB-Mannschaft bildete dabei Luttrop, Leo Wildenund Walter Schmidt. Da er für das drei Tage später stattfindende Länderspiel der A-Nationalmannschaft in Hamburg gegen Italien vom Bundestrainer nur als Reservist vorgesehen war, ließ er sich zu einer unbedachten Äußerung hinreißen und bekam prompt nie mehr eine Einladung zur Nationalmannschaft. Da halfen auch die Erfolge im Europacup und in der Meisterschaft nicht, die Fußball-Weltmeisterschaft 1966 fand ohne Otto Luttrop statt.
Fußball in der Schweiz, 1966 bis 1978

Sieben Spielzeiten verbrachte Luttrop in der italienischsprachigen Schweiz beim FC Lugano. Zweimal zog er mit der Mannschaft in den Cupfinal ein, 1968 gelang ihm auch der Cup-Gewinn, wobei er zum 2:1-Erfolg gegen Winterthur auch einen Treffer beisteuerte. In seiner achten Saison in der NLA, 1973/74 beim FC Sion, gelang ihm mit 35 Jahren sein zweiter Cupsieg in der Schweiz; auch für Sion gelang ihm im Finale ein Treffer. Nach seinem ersten Abstecher in die 2. Fußball-Bundesliga beim 1. FC Mülheim in der Saison 1974/75 (21 Spiele, 2 Tore) folgte ein weiteres Jahr beim FC Luzern (1975/76). 1976/77 folgte der zweite Auftritt in der 2. Bundesliga bei Union Solingen (23 Spiele), bevor es ihn wieder in die Schweiz zog. Beim FC Chiasso beendete er 1977/78 seine Spielerlaufbahn und blieb dort bis zum Ende seines Vertrages 1982 als Trainer.